Prüfungsangst verstehen und überwinden
Alina Krüger, Lerncoach bei Kursito | 02. February 2026 | Lesedauer: 6 Minuten | Prüfungsvorbereitung & Mentales
Herzklopfen, Blackout, schweissnasse Hände – Prüfungsangst kennt fast jeder. Die gute Nachricht: Du kannst lernen, damit umzugehen.
Prüfungsangst ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion deines Körpers auf eine als bedrohlich empfundene Situation. Der Körper schaltet in den Alarmmodus: Adrenalin wird ausgeschüttet, die Muskeln spannen sich an, der Herzschlag beschleunigt. All das kann nützlich sein – solange du lernst, diesen Zustand bewusst zu steuern.
- Verstehen, was passiert
Verständnis ist der erste Schritt. Sobald du erkennst, dass deine Angstreaktion ein Schutzmechanismus ist, kannst du mit ihr arbeiten – statt gegen sie anzukämpfen. Prüfungsangst entsteht oft durch hohe Erwartungen, negative Erfahrungen oder übermäßigen Druck von außen oder innen. Aber: Du bist damit nicht allein. - Gute Vorbereitung ist das Fundament
Sicherheit kommt durch Struktur. Ein realistischer Zeitplan, regelmäßige Lernzeiten und klare Ziele helfen dir, den Stoff schrittweise zu erarbeiten. Beginne früh genug mit der Vorbereitung und vermeide Last-Minute-Lernen. Das reduziert nicht nur den Stress, sondern stärkt auch dein Selbstvertrauen.
Tipp: Teile deinen Lernstoff in kleine Einheiten auf und belohne dich nach jedem Abschnitt – das motiviert und erhält deine Konzentration. - Simulation schafft Routine
Was du kennst, macht weniger Angst. Indem du Prüfungssituationen zu Hause nachspielst – mit Timer, alten Prüfungsfragen oder sogar einer mündlichen „Generalprobe“ vor Freunden oder Familie – gewöhnst du dich an den Druck. Du wirst merken: Die Angst verliert mit jeder Wiederholung an Macht. - Atemtechniken und Entspannung
Stress lässt sich nicht immer vermeiden – aber regulieren. Tiefe, bewusste Atmung signalisiert deinem Körper: Alles ist gut. Auch kurze Entspannungsübungen, progressive Muskelentspannung oder Meditation helfen dir, innerlich ruhiger zu werden.
Soforthilfe-Tipp: Atme vier Sekunden lang tief ein, halte den Atem vier Sekunden, atme vier Sekunden lang aus, dann wieder vier Sekunden halten. Wiederhole das ein paar Mal – dein Puls wird sinken. - Gedanken verändern – Perspektive gewinnen
Unsere Gedanken beeinflussen unser Erleben. Wenn du ständig denkst: „Ich werde versagen“, erzeugst du genau den Druck, der dich blockiert. Lerne, diese Gedanken bewusst zu hinterfragen und positiv umzudeuten.
Statt: „Ich kann das nicht.“
Sag dir lieber: „Ich habe mich vorbereitet und gebe mein Bestes.“
Das klingt simpel – aber dein Gehirn reagiert auf solche Selbstgespräche. Mit der Zeit werden sie zur neuen Realität. - Entwickle deine persönlichen Strategien
Nicht jede Methode funktioniert für jeden gleich. Vielleicht hilft dir Musik beim Lernen, Bewegung in Lernpausen oder ein Lerntagebuch. Wichtig ist: Gib dir selbst Zeit. Prüfungsangst verschwindet nicht über Nacht – aber sie lässt sich Schritt für Schritt verringern. - Und wenn’s doch mal schiefläuft?
Eine schlechte Note ist kein Weltuntergang. Fehler sind Chancen, etwas über dich und deinen Lernprozess zu lernen. Viele erfolgreiche Menschen haben Rückschläge erlebt – entscheidend ist, wie du damit umgehst. Bleib freundlich zu dir selbst.
Fazit: Prüfungsangst ist unangenehm, aber kein unbesiegbarer Feind. Mit Verständnis, Übung und der richtigen Strategie kannst du lernen, ruhig und konzentriert durch jede Prüfung zu gehen. Du musst es nicht perfekt machen – nur mit dir selbst fair bleiben.